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Haus Claret                                                                                                                 

Bennogasse 21

A-1080 Wien

Tel: 01/405-53-18 E-Mail: alegria-gemeinschaft@haus-claret.at - Internet: www.haus-claret.at

 


Ein Zentrum des Apostolates

1080 Wien, Bennogasse 21
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Wien, 22.06.17


Brief von P. Gabriel vom Mai 2017

Mit großer Freude bin ich mit Euch an diesem Sonntag nach Pfingsten verbunden. Wir sind ganz vereint und inspiriert durch diese Eucharistiefeier. Öffnen wir uns dem Heiligen Geist, dass er uns mit seinen sieben Gaben beschenkt: Den Geist der Weisheit und des Verstandes, des Rates und der Stärke, der Wissenschaft und der Frömmigkeit und der Liebe und Furcht des Herrn.

Bitten wir den Göttlichen Geist, dass er uns seine Unruhe schenkt, wir alle müssen uns vom Heiligen Geist beunruhigen lassen. Er ist der Meister der Unterscheidung. Er bewegt das Herz, inspiriert und weckt die Gefühle.

Ich empfehle Euch, an den Apostel Paulus zu denken, der den Galatern schreibt: Die Frucht des Geistes ist: LIEBE, FREUDE, FREIHEIT, FRIEDE, GEDULD, FREUNDLICHKEIT, GÜTE, SANFTMUT, SELBSTBEHERRSCHUNG und TREUE. Wenn wir im Geiste leben, werden wir dem Geist folgen.

Wir von den Hogares Claret, mit all unseren Burschen und Mädchen, vereinen uns mit Euch, um den Heiligen Geist zu bitten, dass er in unsere Herzen kommt, dass er Feuer legt in unser Leben.

Ich persönlich bitte den Heiligen Geist, dass er die Gemeinde in der Bennogasse führt und begleitet und sie mit Hoffnung erfüllt, damit alle eins sind durch das Feuer der Liebe.

Mit viel Freude und Spontaneität schicken wir Euch einen Gruß der Liebe

Pater Gabriel

 

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Brief von P. Gabriel
(Mai 2017)

Liebe Gemeinde in der Bennogasse!

Welche Freude, wieder von Euch zu hören. In dieser österlichen Zeit fühlen wir uns sehr verbunden mit den FreundInnen und Freunden in Österreich. Es war eine Zeit intensiver Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen in unseren Heimen, „in das Geheimnis der Erlösung“ einzudringen.

Jesus verkündet: „Ihr seid gesandt, die frohe Botschaft den Armen weiter zu schenken, den Gefangenen die Freiheit zu verkünden, die Unterdrückten und alle, die ausgeschlossen und voller Leid sind, zu befreien.“

Gott hat uns gezeigt, dass er das letzte Wort hat und nicht die anderen, die behaupteten, dass Jesus von Nazareth gescheitert sei. Er ist auferstanden und lebt und hat die Schwächen seiner Feinde entlarvt. Er bleibt im Glauben auf ewig bei uns. Er lebt weiter im Glauben und im Leben von Millionen Menschen auf der ganzen Erde.

Diesen historischen Jesus hat man erkannt, nicht nur an seiner Freiheit und seiner Echtheit, sondern auch wegen seiner Botschaft, an die wir alle glauben:

-         Wir sollen lieben, sogar unsere Feinde.

-         Wir müssen vergeben und barmherzig sein.

-         Wir sollen ein reines Herz haben.

-         Wir sollen ehrlich sein, eines Sinnes und wahrhaftig.

-         Man darf nicht tolerieren, dass jemand ausgeschlossen, diskriminiert und gedemütigt wird – bei niemandem.

Ich möchte, dass Ihr in dieser österlichen Zeit eine Botschaft der Ermutigung hört, damit wir unsere Einheit und Geschwisterlichkeit verwirklichen können.

In den Hogares Claret denken wir immer an euch mit großer Liebe und im gemeinsamen Auftrag („mision compartida“).

Es war eine riesige Freude mit Kati und Lisl vieles gemeinsam zu erleben. Ihr Besuch bestärkt uns, in unseren Gemeinschaften mit der Therapie der Liebe fortzufahren.

Ganz liebe Grüße für Euch alle

P. Gabriel

Eine ganz neue Botschaft von P. Gabriel kam heute über Whatsapp. Wir bringen ein paar Auszüge:

-         Wir werden geboren mit einer wertvollen inneren Flamme,
die unseren Weg erleuchtet und alle, die uns begegnen.

-         Wir werden Personen auf unserem Weg begegnen, die uns daran erinnern, was wir wirklich sind,
und die uns dabei helfen, es zu sein.

-         Jeder Schritt ist ein erreichtes Ziel

 

 

        

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Bericht über den Weltjugendtag in Polen

von P. Ankit Shatrudhan Chaudhary CMF bei der Sonntagsmesse am 4. 9. 2016 im Haus Claret

Gott hat mir die erstaunliche Chance gegeben, am Weltjugendtreffen 2016 teilzunehmen, und ich fühlte mich als ein wesentlicher Bestandteil dieses Treffens. Es war eine Erfahrung, die Gott mir in seiner unendlichen Barmherzigkeit geschenkt hat, da ich mich eines solchen reichen Segens nicht würdig fühle… Und Gott sagt mir Tausende und Abertausende Male, dass er mich liebt, dass er meinen Namen in seine Hand geschrieben hat. Er sagt mir: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich gerufen, und du bist mein.“   

Und in dieser Erfahrung konnte ich ihn von Angesicht zu Angesicht sehen in den Menschen, die ich traf, in den Menschen in Polen. Es ist ein Land der vielen großen und heiligen Persönlichkeiten, zum Beispiel des heiligen Johannes Paul II. und des heiligen Maximilian Kolbe. Es war eine Erfahrung der Liebe, des Bundes, als ob Gott in Gestalt von drei Männern zu den Zelten von Abraham und Sarah käme und sie bitten würde, unsere Gastgeber zu sein. Hastig und eifrig taten sie alles, um dieses Treffen zu einem schönen Fest zu machen. Und diese Gotteserfahrung wurde deutlich am Ende unserer „Mountaintop-Begegnung“ (Gipfel-Erlebnis) am Campus Misericordiae.  

Ich fühlte, ich wäre in Gottes Miniatur-Paradies in Polen, speziell in Warschau und Krakau. Hier habe ich Leute getroffen, die ich noch nie zuvor getroffen hatte. Überraschenderweise taten sie, als ob eine dicke Freundschaft von vielen Jahren zwischen uns existierte. Die Freiwilligen, die Organisatoren, die Familien, die die Pilger beherbergten, diejenigen, die mit uns reisten: alle kamen uns so entgegen, dass wir uns geliebt und akzeptiert fühlten. Es sind wunderbare Gefühle, die mich überraschten und mich fragen ließen, warum so viel Gefühl der Zugehörigkeit unter uns aufkam. Ich habe viel gelernt über andere Kulturen und Realitäten und war völlig überrascht über die Art und Weise, wie Christen aus verschiedenen Teilen der Welt ihren christlichen Glauben leben und wie sie riskieren, die Liebe Christi in ihrem Alltag zu leben;. Nichts konnte sie aufhalten, Christus zu lieben; nichts entmutigte sie, diese jungen Männer und Frauen mit Feuer und der Liebe Gottes in Christus zu umarmen und es mit Freude zu tun. Was machte uns so einig und gab uns dieses Gefühl der Zugehörigkeit? Ich glaube, dass es so ist, weil wir durch die katholische Kirche verbunden sind, im katholischen Glauben gebildet und durch die Sakramente gestärkt sind, weil wir von großen Heiligen inspiriert sind und die wirkliche Gegenwart Jesu in der Eucharistie spüren, weil wir von Mutter Mary geschützt sind, weil wir alle Kinder des einen Vaters im Himmel sind!  Es ist in der Tat ein Miniatur-Himmel! Keiner braucht eine Einführung, um zu lieben und geliebt zu werden.  

Ich habe in einer Predigt am 17. Juli, kurz vor meiner Pilgerreise nach Polen, ein polnisches Sprichwort gehört: „Gast zu Hause – Gott zu Hause“. Und das hat mir das polnische Volk bezeugt. Welch eine erstaunliche polnische Gastfreundschaft!!!


Vom 20. bis zum 25. Juli 2016 wohnten wir in der polnischen Hauptstadt Warschau bei der Familie von Jan und Jolanta. Sie haben zwei schöne kleine Kinder, nämlich Hania und Janka, und die liebevolle Anna ist die Mutter von Jan. Sie hat sich um uns gekümmert wie um ihre eigenen Söhne; sie hat den Tisch für uns gedeckt voll mit köstlichen Speisen und auf uns gewartet bis spät in der Nacht. Und sie schaute auch, ob wir gegessen haben oder nicht. Sie wäre traurig gewesen, wenn die Teller nicht leer geworden wären. Obwohl sie Englisch nicht konnte und wir Polski nicht konnten, hat sie das nicht daran gehindert, uns ihre mütterliche Liebe zu schenken und sich um all unsere Bedürfnisse zu kümmern. Jan und Jola, was sind sie für ein schönes Paar! Sehr einfach und sehr liebevoll, ich würde sagen, sie sind phantastisch und wunderbar. Hania und Janka, die zwei kleinen Töchter, haben jedes Mal für uns gesungen und getanzt, wenn wir sie beim Frühstück und nach dem Gottesdienst trafen. Jeder Moment, den ich mit Jans Familie verbrachte, ist unvergesslich und ein gemeinsames Erlebnis eines Glaubens, den wir in diesen Tagen gelebt haben. Ich bin traurig, dass ich hier nicht alles ausdrücken kann; ich könnte über so viele Erfahrungen schreiben, aber es würde mir nicht gelingen, genau auszudrücken, was ich alles sah und mit all meinen Gefühlen erlebte.

Wir konnten nicht nur die Türen ihrer Häuser öffnen, sondern auch die ihrer Herzen, und es gelang ihnen, einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen zu gewinnen. Wir waren mit allen Menschen vereint, die aus verschiedenen Teilen der Welt kamen, mit so vielen verschiedenen Sprachen, Traditionen, Kulturen und ethnischen Gruppen. Es war ein Gefühl einer starken Verbindung und Geschwisterlichkeit, und es gab keine Barriere der Sprache, um Gott Ruhm und Ehre zu geben. Ich fühlte, dass die universelle Sprache die Liebe ist, und alle Pilger und Menschen in Polen haben in dieser Sprache geredet.

Es war eine Christuserfahrung in einem Meer von Menschen am Campus Misericordiae, ein Mountaintop-Erlebnis, ein Gipfelerlebnis! Alle Pilger strömten am 30. Juli in Richtung des Campus Misericordiae, dem schönen Sonnenuntergang zu, zur Nachtwache mit dem Papst. Ich war in Begleitung meiner Kolleginnen und Kameraden, den Patres Everest und Missia, von Sonia und ihrem Vater Zbyszek. Tausende und Abertausende von Jugendlichen strömten zusammen aus der ganzen Welt. Ich war erstaunt, dass alle 50 Meter (?) Erfrischungen wie Kaffee und Tee angeboten wurden, verschiedene Früchte, Brot, Süßigkeiten und Wasser. Menschen winkten mit ihren Händen, begrüßten uns mit Liebe und ermutigten uns, wenn wir fragten, wie weit es sei, und antworteten: vier bis fünf Kilometer bis zum nächsten Erfrischungs-Stop. Es war ein erstaunliches Pilgern zu Fuß, obwohl ich wirklich müde war, meine Füße Blasen hatten und das Gepäck auf meinen Schultern drückte. Ich konnte am nächsten Tag die Eisenklinge in meinen Schuhen finden (ist das in Indien eine Redewendung?) Je größer der Schmerz war, desto mehr war ich aufgeregt, etwas Kostbares zu finden. Vor langer Zeit, als kleiner Junge, war ich gewohnt, kleine Geschichten von glänzenden Perlen und Diamanten zu lesen, und träumte von der abenteuerlichen Gefahr und dem Schmerz, den ich ertrug, um sie zu bekommen. Mit dem Blick auf den blauen Himmel und zu Fuß in Richtung Campus Misericordiae fühlte ich in meinem Herzen die starke Überzeugung, dass diese kostbare Perle in mir sei, mit mir reiste und dass diese Reise für immer, bis zum Ende dauern würde. Überraschenderweise fühlte ich oft, dass die Menschen, die mich begleiteten, eine Freundschaft von vielen Jahren mit mir halten würden. Unergründliches Vertrauen und Verbundenheit mit jedem anderen!! Bedingungslose Liebe und Opfer für einander!! Bereit, alles für andere zu riskieren!!! Ich habe mir nur gesagt: Komm schon! Und mich gefragt: Worum geht es hier? Was motiviert uns, das alles zu tun und die Einheit zu bewahren? Ich erinnere mich an meine Gedanken: Wow, gehöre ich dazu? Was ist das? Worum geht es in dieser Zeremonie? Was glauben sie? Und was glaube eigentlich ich?! Und in diesen Gefühlen und Erfahrungen konnte ich IHN von Angesicht zu Angesicht sehen. Ich traf IHN in den Menschen, die mir unbekannt waren und die ich noch nie gesehen hatte. Ich meine, es waren vielversprechende Momente, und manchmal war ich dabei, zu vergessen, dass alle von uns nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen sind. Wir müssen Christus zunächst in jedem unserer Mitmenschen sehen und erfahren.

Aufrichtigen und herzlichen Dank an alle, weil mir ein Traum erfüllt wurde, der sicherlich meine Erwartungen bei weitem übertroffen hat. Er übertrifft alle Gefühle, die ich jetzt habe. Es war ein erfrischender Moment für mich und für die ganze katholische Welt mit vielen Höhepunkten, Inspirationen und guten Entscheidungen. Lasst uns für einander beten, dass wir mit Leidenschaft für die Jugendlichen der katholischen Kirche etwas tun können. In einer letzten Botschaft forderte Papst Franziskus die Jugend auf: „Raus aus dem Sofa und folgt Jesus …“ Er hat die Teilnehmer am Weltjugendtag aufgefordert, sich nicht auf ein „Sofa-Glück“ festzulegen, um persönlichen Komfort zu haben. Ein Sofa, das komfortabel, ruhig, sicher erscheint und uns Stunden von Komfort verspricht, so dass wir in die Welt der Videospiele und zu einem Computer-Bildschirm entfliehen können. „Jesus ist nicht der Herr von Komfort, Sicherheit und Leichtigkeit. Um Jesus nachzufolgen braucht es eine gute Portion Mut und die Bereitschaft, das Sofa gegen ein Paar Wanderschuhe einzutauschen, um auf neuen und unerforschten Wegen zu gehen. Warten wir auf den Weltjugendtag 2019 in Panama!“

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Hogares Claret

Straßenkinder in Medellín


Wenn Sie dieses Projekt unterstützen wollen, hier ist die Konto-Nummer:

IBAN: AT20 3200 0000 07720923
BIC: RLNWATWW
"Hogares Claret", 1080 Wien, Bennogasse 21
 

 

Ein Film erschüttert uns

Das Österreichische Fernsehen brachte am 18. 9. 2001 im zweiten Programm in der Sendereihe Kreuz&quer einen langen Bericht über die Tätigkeit P. Gabriels mit dem Titel: „Medellín – die gefährlichste Stadt der Welt“.
Der Film machte im ganzen deutschsprachigen Raum einen tiefgreifenden Eindruck.
P. Gabriel Antonio Mejía war mir persönlich schon ein Freund geworden im Jahre 1973 bei einem Generalkapitel unseres Ordens in Rom.
Uns packte vor allem und rüttelte auf, wie die Kinder... die Kleinkinder in äußerster Not waren, die auf den Straßen verwahrlost allem Bösen ausgesetzt waren.


Straßenkinder

   
 Nun beschlossen wir –eine Gruppe MitarbeiterInnen bei den Claretinern im Wiener 8. Bezirk– P. Mejía in seinem Einsatz für die Straßenkinder in Medellín zu unterstützen.

***

Eine merkwürdige Geschichte

P. Gabriel Antonio Mejía, ein gebürtiger Kolumbianer aus der Großstadt Cali, Claretinerpater, hatte eine besondere Liebe für dieses Kinderheim. Hier waren vor einigen Jahren gerade die Kreatürchen.... die die Hilfe der Erwachsenen, die Hilfe aller Menschen guten Willens, am meisten brauchen.
Aus verschiedenen Gründen musste er eine ausgedehnte Reise in mehrere lateinamerikanische Länder machen.
Bei seiner Rückkehr traf ihn die Nachricht sehr hart, dass das Heim aufgegeben werden musste, weil das Geld total gefehlt hatte. P. Gabriel ging in die Kapelle, kniete vor dem Tabernakel und weinte bitterlich. Er bat fest um eine baldige Lösung. Es konnte nicht wahr sein, dass gerade die kleinen Kinder schutzlos bleiben mussten.
Er ging in sein Zimmer. Das Telefon läutete. Er hörte eine vertraute Stimme, die ihm die Unterstützung für die Kinder und für das Haus Alegría zusicherte. P. Gabriel erzählte mir später seine unvergessliche Freude, dass er gerade meine Stimme als Antwort auf sein Gebet hörte.
***

Interview mit P. Gabriel Mejía, Medellín


Bei den Straßenkindern in Medellín

Der Claretinerpater Gabriel Antonio Mejía arbeitet seit 25 Jahren bei den Straßenkindern in Medellín, der „gefährlichsten Stadt der Welt“. Bekanntlich sind in Medellín die größten Drogenkartelle der Welt. Medellín ist ein Kreuzungspunkt, an dem man den Kampf zwischen „Guerilleros“, „Paramilitares“ und „Befreiungsfront“ auf der einen Seite und der Polizei und der Staatsarmee auf der anderen Seite immer wieder zu spüren bekommt. - P. Mejía ist Präsident der Lateinamerikanischen Föderation der therapeutischen Gemeinschaften, Präsident der Therapeutischen Gemeinschaft „Hogares Claret“ und Vizepräsident von „World Federation of Therapeutic Communities“.
 
  • Du arbeitest seit langer Zeit an einigen außerordentlich effizienten sozialen Projekten. Mit wem arbeitest du da?
In Kolumbien ist die Claretinermission sehr engagiert für die Ausgegrenzten. Wir arbeiten in der Stiftung der Claret Heime mit den Straßenkindern, verhaltensgestörten Jugendlichen, Mittellosen, Prostituierten, ausgegrenzten Bevölkerungsschichten. Die Kinder und Jugendlichen, die auf der Strasse leben und schlafen, gelten als eines der schwerwiegendsten Probleme der Entwicklungsländer. In der ganzen Welt gibt es etwa 100 Millionen „Straßenkinder“. In Lateinamerika allein sind es 50 Millionen und in Kolumbien 60.000.
In Lateinamerika haben wir 500 Millionen Einwohner, davon 35,9 % unter 15 Jahren. Sie kommen nicht in den Genuss einer normalen Kindheit und Jugend, sie streunen im Elend auf den Strassen herum. Millionen sind ohne Dach über dem Kopf und ohne Rechte... Sie sind hungrig und durstig, sie leisten gefährliche und schlecht bezahlte Arbeit, leiden unter Krankheiten, sind einsam und werden nicht geliebt, von der Polizei verfolgt, in dumpfen Gefängnissen, unter Drogen, es gibt versteckte Sklaverei, Prostitution, sexuellen Missbrauch und Tod.

 

  • Du machst Andeutungen, dass in der letzten Zeit so manch Tiefgreifendes geschieht.
Ja, vor allem die Tatsachen, dass die UNO die Guerilleros in Kolumbien zu Terroristen erklärt hat. Das hat sie sehr getroffen. – Sie haben sofort um Dialog und Verhandlungen gebeten. Man hat ihnen den Dialog auch angeboten, aber die Bedingung gestellt, dass sie alle Kinder, die in ihren Reihen als Soldaten kämpfen, sofort freilassen. So bekommen wir jetzt ununterbrochen solche Kinder, auch 10- und 12-jährige Mädchen... eine ganze Reihe von ihnen kommen schwanger zu uns. – Wir dürfen auch mit Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen in den Gefängnissen arbeiten: wir entwickeln dort auch unsere Therapie für Drogensüchtige und unseren Einsatz im Allgemeinen für die Resozialisierung dieser Menschen genauso wie in der Freiheit... der einzige Unterschied ist eben, dass die Tore zugesperrt sind.

 

  • Du hast besondere Methoden. Wie hilfst du den Drogenabhängigen?
Wir haben in Kolumbien 36 Zentren, wo wir etwa 2.500 Menschen betreuen. Das sind Zentren, wo Kinder, Jugendliche und Erwachsene wohnen. Gearbeitet wird nach dem pädagogischen, erzieherischen Modell der therapeutischen Gemeinschaft; einer ganzen Schule für das Leben, wo es eine Kultur der Arbeit gibt und wo die anspruchsvolle Liebe die Menschen dazu bringt, sehr ernst an ihrem Lebensplan zu arbeiten.
 
  • Und wie hilfst du den Straßenkindern?
Wir haben Heime, wo die Kinder essen und schlafen können und medizinisch betreut werden. Sie kommen freiwillig und nehmen freiwillig an den Programmen teil. Hier haben sie die Gelegenheit, Schulbildung zu erwerben, einen Beruf zu lernen und wie Kinder zu leben. Das Ziel der Freiwilligen, Erzieher und professionellen Mitarbeiter ist es, ihre Würde und ihr Leben zu verteidigen.
 
  • Ich kann mir vorstellen, dass es da auch genug Gewalttätige gibt. Wie arbeitet ihr mit diesen Leuten?
Die meisten Kinder und Jugendlichen haben Drogen- und Verhaltensprobleme, kommen aus Banden und Gruppen, die auf den Strassen gewalttätig sind. Die Arbeit, die in den Zentren geleistet wird, ist von Disziplin und Ordnung geprägt. Da bekommen sie professionelle Hilfe. Es gibt sehr klare Verhaltensregeln: kein Sex, keine Drogen, keine Gewalt. Anständigkeit ist der Schlüssel für den ganzen Erziehungsprozess.

 

  • Hast du nur deine Arbeit in Kolumbien, nur in Medellín, oder arbeitest du noch anderswo auch?
Die Stiftung ist in Kolumbien in sieben Städten, in 36 Zentren tätig, aber das Modell hat sich in den lateinamerikanischen Ländern durchgesetzt.

 

  • Hat deine Tätigkeit sich auch in anderen Ländern verbreitet?
Derzeit bin ich Präsident der Lateinamerikanischen Föderation Therapeutischer Gemeinschaften, die die Arbeit in 32 lateinamerikanischen Ländern koordiniert. Ich bin auch Vizepräsident der WFTC, der Weltföderation Therapeutischer Gemeinschaften, die Berater der Vereinten Nationen ist.
 
  • Und wie kannst du so viele Projekte finanzieren. Wer hilft dir dabei?
Wir sind auf dieser Welt nicht passive Zuschauer. Wir sind mächtig und haben geheime Kräfte, wir sind privilegierte Kinder der Natur. Das Leben unterstützt uns immer. Ich spüre, dass Gott sich liebevoll um seine Geschöpfe kümmert ... um die Kinder. Wir helfen uns mit viel Kreativität und Einfallsreichtum. Wir arbeiten mit produktiven Unternehmen und strengen uns an, um uns selbst zu versorgen.
Die Institution gibt sehr vielen Menschen die Chance, "Barmherzigkeit" zu üben, den Brüdern und Schwestern zu helfen.
Wenn es ein gutes Werk ist... und sich am Dienst an den Kindern Gottes orientiert, dann kümmert sich das Universum um die Einzelheiten.

 

  • Wie könnten wir dir helfen?
Es gibt so viele Möglichkeiten, solidarisch zu sein! Warum nicht ein Kind adoptieren? Mein Vorschlag ist der "Patenschaftsplan". Mit zweieinhalb Dollar täglich können wir ein Kind versorgen. Wir haben viele Kinder zur Adoption. Es wäre gut, wenn wir in Österreich eine Gruppe der Freunde der Straßenkinder Kolumbiens gründen könnten.

 

  • Noch eine Frage interessiert uns sehr: Wie steht es heute mit der „Theologie der Befreiung“ bei euch?
Man muss die Lage in Lateinamerika kennen und vor allem erlebt haben, da muss man direkt Begeisterung für die Theologie und für die Theologen der Befreiung haben.
 
  • Wird die Theologie der Befreiung, werden die Theologen der Befreiung in Lateinamerika noch hochgeschätzt? Sind sie noch aktuell?
Auf jeden Fall! Im Großen und Ganzen haben die Theologen der Befreiung bei Priestern und bei der Bevölkerung den ganzen Respekt, sie sind eine große Hilfe für uns alle.

 

  • Du weißt aber, dass anscheinend vom Vatikan nicht gerade große Freude für diese Theologie und für diese Theologen kommt.
In dieser Hinsicht ist Amerika sehr weit von Europa...! Ich wiederhole und betone: Lateinamerika hat eine eigene Situation, eigene Probleme und eigene Herausforderungen!
 
  • Bist du selbst begeistert für die Theologie der Befreiung?
Ja!

 

Straßenkinder

 

Das Haus Claret gehört der Kongregation der Claretiner.
Der heilige Antonius Maria Claret gründete die Kongregation am 16. 7. 1849 in Vic, in der Provinz Barcelona in Nordspanien. Aktueller Superior ist P. Erwin Honer.
In diesem Haus ist das National-Sekretariat der Cursillo-Bewegung in Österreich untergebracht.
Das Haus beherbergt auch die Apostolische Gruppe des hl. Antonius Maria Claret.

 

 

 

Das Haus Claret gehört der Kongregation der Claretiner.
Der heilige Antonius Maria Claret gründete die Kongregation am 16. 7. 1849 in Vic, in der Provinz Barcelona in Nordspanien. Aktueller Superior ist P. Erwin Honer.
In diesem Haus ist das National-Sekretariat der Cursillo-Bewegung in Österreich untergebracht.
Das Haus beherbergt auch die Apostolische Gruppe des hl. Antonius Maria Claret.

 

 

 

 


 

 
P. Gabriel A. Mejía und P. Josef García-Cascales 

 

Der Verein „Freunde Haus-Claret -
Unterstützung von Straßenkindern in Lateinamerika“
 
entspricht dem Wunsch von Pater Josef
 
   - dass die Straßenkinder von Lateinamerika kräftig unterstützt werden
   - dass alle –Claretiner, Claretgruppe, Alegría-Gemeinschaft, Cursillistas–
      fest zusammenhalten
   - dass viele Menschen Liebe, Freude, Freiheit erfahren.

 

 

 
HAUS CLARET

Bennogasse 21, A-1080 Wien

Tel: 01/405-53-18

verein@haus-claret.at

PSK-Konto-Nummer:

IBAN: AT91 60000 204 1007 5130

BIC: OPSKATWW

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Das Haus Claret in Wien 8., Bennogasse 21, ist ein Zentrum des Apostolates. 
Das Haus Claret gehört der Kongregation der Claretiner.
Der heilige Antonius Maria Claret gründete die Kongregation am 16. 7. 1849 in Vic, in der Provinz Barcelona in Nordspanien. Aktueller Superior ist P. Erwin Honer.
In diesem Haus ist das National-Sekretariat der Cursillo-Bewegung in Österreich untergebracht.
Das Haus beherbergt auch die Apostolische Gruppe des hl. Antonius Maria Claret.