home

 

Haus Claret                                                                                                                 

Bennogasse 21

A-1080 Wien

Tel: 01/405-53-18 E-Mail: alegria-gemeinschaft@haus-claret.at - Internet: www.haus-claret.at

Wien, 22.06.17

Liebe Freundinnen und Freunde der Hogares Claret!

Die Urlaubszeit kommt jetzt rasch, und hat sich schon angekündigt.

Wir möchten euch noch die Nachricht schicken, dass wir wieder die € 8.000,- für das zweite Quartal an P. Gabriel schicken konnten. Ganz herzlichen Dank an alle, die seit Jahren über Daueraufträge oder andere Spenden die Straßenkinder unterstützen.

Noch eine gute Nachricht: der ORF wird im Herbst dieses Jahres ein Team nach Kolumbien schicken, um eine Dokumentation über das Werk von P. Gabriel zu drehen. Die Kontakte sind schon hergestellt.

Am ersten Sonntag im Juli wird in der Bennogasse keine Eucharistiefeier gehalten

Die nächste Messe der Alegría-Gemeinschaft findet am

3. September 2017 um 10 Uhr in der Bennogasse 21 statt.

Die Feier zum Gedenken an P. Josef, der vor 5 Jahren von uns gegangen ist, wird am

Freitag, dem 8. September 2017 von 17 – 20 Uhr

in der Bennogasse 21 stattfinden. P. Dr. Jakob Mitterhöfer SVD wird einen Vortrag halten und mit uns im Anschluss die Eucharistie feiern.

Wir wünschen euch allen einen schönen, erholsamen Sommer und freuen uns auf ein Wiedersehen!

Elsbeth und Lisl im Namen des Teams

 

Brief von P. Gabriel vom Mai 2017

Mit großer Freude bin ich mit Euch an diesem Sonntag nach Pfingsten verbunden. Wir sind ganz vereint und inspiriert durch diese Eucharistiefeier. Öffnen wir uns dem Heiligen Geist, dass er uns mit seinen sieben Gaben beschenkt: Den Geist der Weisheit und des Verstandes, des Rates und der Stärke, der Wissenschaft und der Frömmigkeit und der Liebe und Furcht des Herrn.

Bitten wir den Göttlichen Geist, dass er uns seine Unruhe schenkt, wir alle müssen uns vom Heiligen Geist beunruhigen lassen. Er ist der Meister der Unterscheidung. Er bewegt das Herz, inspiriert und weckt die Gefühle.

Ich empfehle Euch, an den Apostel Paulus zu denken, der den Galatern schreibt: Die Frucht des Geistes ist: LIEBE, FREUDE, FREIHEIT, FRIEDE, GEDULD, FREUNDLICHKEIT, GÜTE, SANFTMUT, SELBSTBEHERRSCHUNG und TREUE. Wenn wir im Geiste leben, werden wir dem Geist folgen.

Wir von den Hogares Claret, mit all unseren Burschen und Mädchen, vereinen uns mit Euch, um den Heiligen Geist zu bitten, dass er in unsere Herzen kommt, dass er Feuer legt in unser Leben.

Ich persönlich bitte den Heiligen Geist, dass er die Gemeinde in der Bennogasse führt und begleitet und sie mit Hoffnung erfüllt, damit alle eins sind durch das Feuer der Liebe.

Mit viel Freude und Spontaneität schicken wir Euch einen Gruß der Liebe

Pater Gabriel

 

**********

Haus Claret                                                                                                                 

Bennogasse 21

A-1080 Wien

Tel: 01/405-53-18 E-Mail: alegria-gemeinschaft@haus-claret.at - Internet: www.haus-claret.at

 


Ein Zentrum des Apostolates
1080 Wien, Bennogasse 21

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

 

 

V O R A N KÜ N D I G U N G
 

Freitag, 8. September 2017, 17.00 – 20.00 Uhr, Haus Claret

"Gemeinsam unterwegs im Geist von Pater Josef"

 

Gedenken zu seinem fünften Todestag

  


Vortrag und Eucharistiefeier

 

gestaltet von

 

P. Dr. Jakob Mitterhöfer

 

Bitte, merkt den Termin vor und ladet Freunde ein!
  

Wir freuen uns auf Euer Kommen!

Einladung und Programm folgen Ende August.



gemeinsam unterwegs

Kongregation der Claretiner (http://claretiner.org), Apostolische Gruppe des hl. Antonius Maria Claret,
Verein „Freunde Haus-Claret - Unterstützung von Straßenkindern in Lateinamerika“ (www.haus-claret.at) 
Diözesan-Sekretariat der Cursillo-Bewegung in der ED Wien (www.cursillo.at), Gemeinschaft "Alegria"

 

 *******************


Brief von P. Gabriel vom April 2017

Welche Freude, wieder von Euch zu hören. Eine herzlich Umarmung an alle Freundinnen und Freunde der Alegria —Gruppe.

Wir hatten einen sehr schönen Besuch von Lisl und Kathi. Die Freude haben wir geteilt mit den Kindern und Jugendlichen aus Bogotá in Sasaima und dann mit den Jugendlichen der Heime in Medellín. Besonders bewegend war der Besuch im Haus Egreso bei den 18 Burschen, die studieren — und zwar mit Eifer.

Wir waren auch sehr erfreut, mit Lisl und Kathi Erfahrungen aus ihrem Leben zu teilen. Wir sind wirklich dankbar für diesen Besuch, der uns animiert und belebt hat. Mit Freude vernetzen wir im Herzen unser Werk mit allen, die im missionarischen Geist mitarbeiten wollen. Diese Zusammenarbeit nennen wir Misión Compartida.

Die gute Nachricht, die Jesus der Welt gebracht hat, wird glaubhafter und wirksamer, wenn wir sie in einer gemeinsamen Mission verkünden mit den Armen und Ausgegrenzten, und uns bemühen, sie zu integrieren durch Dialog und Teilen unseres Besitzes. Wir können sagen, das ist unsere ganz normale Art der Mission.

Ihr Lieben, wir sind sehr dankbar für Euer Gebet und besonders auch für die Unterstützung unseres gemeinsamen Werkes

Wir beten für euch alle und denken an Euch in Liebe.

Euer P. Gabriel

 

 


Gebet der „Hogares Claret“

Gib, Herr, dieser deiner claretianischen Familie
eine große Portion guten Humors,
damit sie weiß,
die schweren Situationen zu entschärfen,
und offen dem Leben zuzulächeln.

Mach aus uns Persönlichkeiten,
die sich selbst treu bleiben,
hilf uns zu einer edlen Freundschaft,
dass wir gute Begleiter für unsere jungen Menschen sind.

Mach uns fähig, die Knoten zu lösen,
Ketten zu sprengen, Furchen zu ziehen,
Lebenssaat zu streuen,
Wunden zu heilen,
Vorbilder in der Konsequenz mit uns selbst und darin zu sein,
die Hoffnung lebendig zu erhalten.

Und lass uns, Herr,
in einer von der Traurigkeit beherrschten Welt,
Zeugen und Propheten der wahren Freude in Demut sein.

Dass unser Lebensprogramm
in Einheit mit dem Programm deines Reiches steht,
damit auch wir Licht der Welt
und Hoffnung für viele sind. Amen.

 

**** 

 

 

 

 

Text der Ansprache, die Papst Franziskus am 30. April 2015 in Rom an die Cursillistas gehalten hat:

 Liebe Brüder und Schwestern, guten Abend!

 Vor allem muss ich um Entschuldigung bitten, denn dieses Treffen war für morgen vorgesehen, und ich glaube, ihr habt viele Änderungen vornehmen müssen und auch Schwierigkeiten gehabt mit dem Transport, mit den Transportmitteln … Ich bitte um Entschuldigung, wirklich!

 Es hat eine Verwirrung gegeben. Ihr wisst, der Papst ist unfehlbar, wenn er dogmatische Erklärungen verkündet, das geschieht aber selten … Aber auch der Papst hat Fehler, und die Unfehlbarkeit hat nichts mit seinen Fehlern zu tun! Und dieser Papst ist nicht sehr ordentlich und auch undiszipliniert. Und daraus ist diese Verwirrung entstanden. Dafür bitte ich euch um Entschuldigung. Danke!

 Ich kenne die Fragen, ich habe eine Rede geschrieben, die darauf Bezug nimmt, aber gelegentlich werde ich auf einige Fragen zurückkommen, denn das sind Dinge, die ich unterstreichen möchte.

 Wie der Präsident gesagt hat, seid ihr nach Rom gekommen zu eurer Ultreya – ein Wort, das den alten Gruß der Pilger von Santiago de Compostela wieder aufnimmt, womit sie sich gegenseitig Mut zusprachen, um „weiter“ zu gehen, „immer weiter“. Dies ist für euch ein echtes Treffen von Freunden, eine brüderliche Begegnung des Gebetes, des Feierns, des Erfahrungsaustauschs über das christliche Leben. Ich danke Euren Vertretern, die mich über die Vorhaben, die Probleme und die Perspektiven eurer Bewegung informiert haben. Meinerseits möchte ich euch einige Anregungen anbieten, die für euer spirituelles Wachstum und eure Mission in der Kirche und in der Welt nützlich sein können.

 Ihr seid aufgerufen worden – nicht ihr habt zuerst gewählt, nein, ihr seid erwählt worden, ihr seid gerufen worden – das Charisma Frucht bringen zu lassen, das der Herr euch anvertraut hat und das am Ursprung der Cursillos de Cristandad steht. Unter der Gruppe der Initiatoren ragen Eduardo Bonnín Aguiló und der damalige Bischof von Mallorca, Juan Hervas y Benet heraus – er war mutig! – der es verstanden hat, das Wachsen der Bewegung mit väterlicher Fürsorge zu begleiten. In den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts sind sich diese Menschen, gemeinsam mit anderen jungen Laien, der Notwendigkeit bewusst geworden, ihre Altersgenossen zu erreichen, weil sie die Sehnsucht nach Wahrheit und nach Liebe erkannten, die in ihren Herzen war. Diese Pioniere eurer Bewegung waren echte Missionare: sie zögerten nicht, die Initiative zu ergreifen, und wandten sich mutig den Menschen zu, indem sie sie mit Sympathie umgaben und auf dem Weg des Glaubens mit Wertschätzung und Liebe begleiteten. Das ist wichtig: die Sympathie, die Begleitung … Eine Sache möchte ich über eure Bewegung sagen: Ihr habt keine Proselytenmacherei betrieben. Das ist eine Tugend. „Die Kirche wächst nicht durch Proselytenmacherei, sondern durch das Zeugnis“, hat uns Papst Benedikt gesagt. Und es ist wirklich so! Ihr habt keine Proselytenmacherei betrieben. Das ist eine Gnade von Gott. Dem Beispiel eurer Vorgänger folgend, wollt auch ihr heute die frohe Botschaft der Liebe Gottes verkünden, indem ihr euren Freunden nahe seid, euren Bekannten, euren Studien- und Arbeitskollegen, damit auch sie eine persönliche Erfahrung der unendlichen Liebe Christi machen können, die befreit und das Leben verändert. Wenn es nötig ist, hinausgehen, weiter gehen, ohne je müde zu werden, um die sogenannten Fernstehenden zu erreichen!

 Um anderen helfen und im Glauben wachsen zu können, wobei man Gott immer näher kommt, muss man ganz persönlich die Güte und Zärtlichkeit Gottes erfahren. Diese Erfahrung ist der Anfang des Weges, den ihr geht. Wenn ihr seht, wenn ihr merkt, dass in Eurem Leben Gott so gut gewesen ist, so zärtlich, so barmherzig, dann will das ausgesprochen werden, will bei den anderen ankommen. Der Herr möchte uns begegnen, er möchte bei uns wohnen, uns Freund und Bruder sein, er, der unser Lehrer ist, der uns den Weg zeigt, den wir gehen müssen, um zum Glück zu gelangen. Er will nichts dafür, er will nur, dass wir ihn aufnehmen, denn die Liebe Gottes ist unentgeltlich, eine reine Gabe. Das ist wichtig! Um Zeugnis abzulegen, ist es notwendig zu erkennen, dass alles, was wir haben, eine reine Gabe ist, ein Geschenk, umsonst, eine Gnade. Und das kauft man nicht, das verkauft man nicht! Es ist ein Weg der Unentgeltlichkeit, es ist ein Weg, den man nicht erklären kann: „Aber warum mir, Herr? Was soll ich machen? Sag’ es den anderen!“ Das mitzuteilen, was der Herr mit mir getan hat, mit so viel Zärtlichkeit, so viel Güte, soviel Barmherzigkeit. Das ist das Zeugnis. Das freundschaftliche Zeugnis des Dialogs unter Freunden.

 Die Begegnung mit Christus und mit der Barmherzigkeit des Vaters, die Er uns erweist, ist vor allem in den Sakramenten möglich, im besonderen in der Eucharistie und im Sakrament der Versöhnung. In der Heiligen Messe feiern wir das Gedenken an sein Opfer: noch heute gibt Er real seinen Leib hin und vergießt sein Blut, um die Menschheit zu erlösen. Im Sakrament der Buße nimmt uns Jesus an mit all unseren Begrenzungen und Sünden, um uns ein neues Herz zu geben, das fähig ist, so zu lieben wie Er, der die Seinen geliebt hat bis zum Ende (vgl. Joh 13,1).Und jedes Mal, wenn wir um Verzeihung bitten, verzeiht Er, denn Er weiß, dass wir schwach sind, dass wir Sünder sind. Wir haben ein Doktorat im Sündersein! Alle. Und Er weiß das. Und Er nimmt uns immer auf, mit Liebe.

 Ein anderer Weg ist die Meditation über das Wort Gottes, besonders die „lectio divina“, das Lesen des Wortes Gottes, das Lesen der Bibel.. So oft habe ich geraten – und ich tue es auch jetzt – immer in der Jacken- oder Handtasche ein Evangelium mit sich zu tragen, in Kleinformat. Auf Reisen, wenn man beim Zahnarzt wartet, oder um sich zu beschäftigen, ein Stück aus dem Evangelium zu lesen und dann mit Ruhe darüber nachzudenken. Diese Familiarität mit dem Wort Gottes bringt uns dem Herrn nahe. Und so können wir den Herrn hören, der uns den Weg zeigt, den wir gehen sollen und der uns ermutigt angesichts der Unsicherheiten und Schwierigkeiten, die uns das Leben bereitet.

 Schließlich begegnen wir der Liebe Christi in der Kirche, die in ihren verschiedenen Aktivitäten die Liebe Gottes bezeugt. Die Liebe Jesu in den Werken der Barmherzigkeit. Ich frage euch jetzt etwas: Könnt ihr die sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit und die sieben geistigen Werke der Barmherzigkeit nennen? Trauen wir uns … Es soll die Hand heben, wer sie nicht nennen kann! <viele heben die Hand>. Na, schaut … Das gibt Arbeit für euch Bischöfe! Arbeit für euch! Es ist wichtig, zu lesen, welche die Werke der leiblichen Barmherzigkeit sind. An einige werdet ihr euch sicher erinnern können, aber es sind sieben … Und die geistigen sind auch sieben. Das ist eine Hausaufgabe, die Werke der Barmherzigkeit herauszusuchen und zu studieren. Warum? Um sie in die Praxis umzusetzen. In der kirchlichen Gemeinschaft hat alles zum Ziel, die Menschen die unendliche Barmherzigkeit Gottes mit Händen greifen zu lassen. Einige denken: „Nein, Gott ist weit weg. Ich werde in die Hölle kommen … ich habe so viel angestellt.“ Aber wenn Du so viel angestellt hast, so viele schlechte Dinge gemacht hast, wird Er sehr zufrieden sein und ein Fest feiern, wenn du dich ihm näherst, um ihn um Verzeihung zu bitten. Und das ist die Überzeugungsarbeit, die ihr machen sollt bei den Freunden, in den Cursillos. Denn es ist wahr, Gott feiert ein Fest. Gott feiert ein Fest. Und mancher wird auch eifersüchtig: Denkt an den älteren Sohn dieses barmherzigen Vaters (vgl. Lk 15,11-32), der ein Fest gefeiert hat, denn der andere Sohn, der alles Geld mitgenommen hat, der es für Vergnügungen ausgegeben hat, kommt mit nichts zurück … Und er feiert ein Fest. Das ist eine seltsame Sache bei unserem Gott! Zu feiern, wenn ein großer Sünder kommt. Das ist gut!

 Die Evangelisierungsmethode der Cursillos entstand gerade aus diesem brennenden Wunsch der Freundschaft mit Gott, aus der die Freundschaft mit den Geschwistern entspringt. Von Anfang an hat man verstanden, dass es nur innerhalb authentischer freundschaftlicher Beziehungen möglich ist, die Menschen vorzubereiten und auf ihrem Weg zu begleiten, einem Weg, der mit der Umkehr anfängt, der dann die Schönheit eines Lebens, das in der Gnade Gottes gelebt wird, entdecken lässt und schließlich zur Freude darüber führt, im täglichen Leben Apostel zu werden. Und so wurde, von damals an, Tausenden von Menschen in der ganzen Welt geholfen, im Glaubensleben zu wachsen. In der heutigen Anonymität und Isolation unserer Städte ist die einladende, familiäre, menschliche Atmosphäre ganz wichtig, die ihr in den Gruppentreffen bietet. Man schließt Freundschaft. Mag es auch manchmal Probleme geben … Probleme wird es immer geben. Aber es ist nötig, dass wir der Freundschaft beim Wachsen helfen. „Aber Pater, wenn wir die Freundschaft wachsen lassen, wachsen auch die Streitigkeiten, die Eifersüchteleien, der Neid…“ Was hat der Herr gesagt? Wenn der Teufel das Unkraut, die Zwietracht sät, lasst sie wachsen. Ihr helft dem guten Getreide, der Freundschaft, beim Wachsen. Und das Unkraut wird zur Zeit der Ernte verbrannt werden und das Korn wird Frucht geben. Ich bitte euch darum, dass ihr immer das Klima der Freundschaft und Brüderlichkeit aufrecht haltet, ein Klima, in dem man jede Woche betet und die Erfahrungen, die apostolischen Erfolge und Misserfolge teilt.

 Ich erinnere mich an eine Dame, die aus einer atheistischen Familie stammte und selbst auch Atheistin war; nicht Agnostikerin, sondern Atheistin. Aber es war eine gute Frau, freiberuflich tätig, eine Frau, die in ihrem Beruf tüchtig war, verheiratet, mit Kindern, aber ohne Religion. Eine ihrer Töchter ist Jesus Christus begegnet, oder besser, sie wurde von Jesus Christus gefunden. Sie konvertierte und führte dann ein christliches Leben. Die Mutter respektierte das: „Das ist deine Wahl, Tochter. Geh weiter! Ich glaube nicht daran, aber du geh weiter.“ Dann sind die Jahre vergangen, die Tochter war überzeugte Katholikin, wir können auch sagen, militante Katholikin – dieses Wort gefällt mir nicht, aber sagen wir es, um gut zu verstehen. Als die Mutter schon über 80 Jahre alt war, wurde sie krank, und sie war schon dem Tod nahe, aber bei klarem Bewusstsein. Einen Tag vor ihrem Tod, während die Tochter bei ihr war und sie pflegte, fragte sie sie: „Aber du, sag mir – das hatte sie sie aus Hochschätzung nie gefragt – was fühlst du, wenn du betest?“ Und die Tochter, die die Mutter ebenfalls hochschätzte, hat gesagt, dass sie mit Gott spricht, mit dem Herrn … So hat ein Gespräch über dieses Thema begonnen, leicht, ruhig. Dann sprachen sie über etwas anderes, und kamen dann wieder darauf zurück … Schließlich sagte die Mutter: „Du bist aber glücklich mit dem, was du in der Religion gefunden hast?“ „Ja, weil ich, Mama, an Jesus glaube, ich glaube, dass Jesus uns liebt!“. „Wie sehr würde ich wünschen, das Gleiche zu fühlen!“ Da nahm die Tochter ihren Mut zusammen und sagte: „Sag mir, Mama, du möchtest das?“ „Ja! Aber es ist zu spät …“. „Niemals, Mama. Willst du, dass ich dich taufe?“ Und die Mutter sagte; „Ja!“. Die Tochter konnte keinen Priester rufen, denn das hätte die Mutter erschreckt. Sie hat die Mutter getauft, und zwei Stunden später fiel sie ins Koma, und um Mitternacht starb sie. Das sind die Wunder Gottes, für die Nähe, für den Dienst. Das ist keine Proselytenmacherei! Diese Tochter hat nie Proselytenmacherei betrieben. Ich habe sie gut gekannt, so gut, dass sie zu mir gekommen ist, um mir zu erzählen, was sie getan hat, und sie hatte Angst, etwas falsch gemacht zu haben. „Nein, du hast es gut gemacht! Du hast deiner Mutter ins Paradies geholfen!“ Dazu gehört jedoch Geduld. Das braucht Geduld. Die Proselytenmacherei ist nicht geduldig! „Lies das, tu das, geh hierher, geh dorthin“; sie klopfen dir an die Tür … Nein, nein. Freundschaft! Und säen, in Freundschaft. Und dieses Säen in Freundschaft kann ganz schön mühsam sein.

 Wichtig ist, in diese Treffen einer kleinen Gruppe auch Momente einzubauen, die die Öffnung auf eine größere soziale und kirchliche Dimension hin ermöglichen, die auch diejenigen einbezieht, die mit eurem Charisma in Kontakt gekommen sind, aber noch nicht regelmäßig zu einer Gruppe gehören. Eine größere soziale und kirchliche Dimension, die auch solche Menschen einbezieht, die eurem Charisma noch nicht begegnet sind, die nicht eigentlich zur Gruppe gehören. Die Kirche ist, in der Tat, eine „Mutter mit offenem Herzen“, die uns bisweilen einlädt, „den Schritt zu verlangsamen“ und „auf die Dringlichkeiten zu verzichten, um die zu begleiten, die am Straßenrand zurückgeblieben sind“ (Esort. Ap. Evangelii gaudium, 46). Es ist schön, allen zu helfen, auch denen, die es mühsamer machen, den eigenen Glauben zu leben; zu helfen und immer in Kontakt mit dieser Mutter Kirche zu bleiben, immer jener großen, einladenden Familie nahe, die die Mutter Kirche ist, unsere heilige Mutter Kirche.

 In den letzten Jahren gab es in Argentinien einige Probleme mit den Cursillos, es waren aber äußerliche Probleme. Denn früher einmal arbeitete man bis zu einem gewissen Zeitpunkt, dann war Samstag, Sonntag, vielleicht noch Montag, vielleicht … Damals konnte man das machen. Heute arbeitet man am Samstag, auch an Sonntagen. Und die Menschen fanden keine Zeit mehr für diese intensiven Gebetstreffen, drei Tage lang. Sie verloren einen Teil ihres Gehalts, sie mussten auf Prämien verzichten, und sie riskierten auch ihren Arbeitsplatz. Man suchte dann das eigene Charisma dieser Situation anzupassen. Was soll man in dieser Situation tun? Wie haben es die Christen gemacht, denkt daran, zur Zeit des Nationalsozialismus, des Kommunismus: sie versuchten, die Katechese in einer anderen Art zu machen, zu anderen Zeiten, die Messe ein bisschen im Geheimen … Ich weiß nicht. Modalitäten suchen, die es erlauben, mit eurem Charisma vorwärts zu gehen. Das ist sehr wichtig! Nicht zulassen, dass äußere Bedingungen uns blockieren.

 Ich ermutige euch, „immer weiter“ zu gehen, treu eurem Charisma! Und den Eifer lebendig zu erhalten, das Feuer des Geistes, das immer die Jünger Christi drängt, die Fernstehenden zu erreichen, ohne Proselytenmacherei, und „die eigene Bequemlichkeit zu verlassen und den Mut zu haben, alle die Randgebiete zu erreichen, die das Licht des Evangeliums brauchen“ (ebd., 20).

 Ihr habt es gehört, ich habe es schon mehrmals gesagt: in den großen Städten, christlichen Städten, auch in christlichen Familien, gibt es Kinder, die das Kreuzzeichen nicht machen können. Diese Wendung zum Heidentum ruft uns auf: tut etwas für die Evangelisation. Der Geist drängt uns, aus der eigenen Bequemlichkeit herauszugehen. Wie schön ist es doch, allen die Liebe Gottes zu verkünden, der rettet und unserem Leben Sinn gibt! Und den Männern und den Frauen von heute zu helfen, die Schönheit des Glaubens und des Lebens in der Gnade zu entdecken, wie man es in der Kirche unserer Mutter führen kann! Es gibt christliche und katholische Gemeinschaften – es gibt sie! – wo man nicht vom Gnadenleben spricht, wo man nicht von der Schönheit spricht, die Dreifaltigkeit in uns zu haben, von der Gegenwart des lebendigen Gottes in uns. Eure Aufgabe ist es, hinzugehen und diese gute Nachricht zu bringen: Gott wohnt in uns, Gott ist in uns. Das ist die Gnade! Den Männern und Frauen von heute zu helfen, die Schönheit des Glaubens und des Gnadenlebens zu entdecken. Und es wird euch gelingen, wenn ihr lernbereit seid, mit der Führung der heiligen Mutter, der Kirche, die immer das Wohl für alle ihre Kinder sucht; wenn ihr in Übereinstimmung mit euren Hirten seid und mit ihnen vereint in der Aufgabe, allen die Freude des Evangeliums bringen.

 Auf eurem Weg und bei eurem Apostolat möge euch die Jungfrau Maria, die Mutter der göttlichen Gnade, beistehen.

 Bevor ich euch den Segen gebe, möchte ich eure Fragen ansehen, ob da etwas ist, was ich nicht gesagt habe …

 „Wie dem Heiligen Geist vertrauen, so sehr, dass man es wagt, die Botschaft von der Barmherzigkeit Gottes dorthin zu tragen, wo Er nicht gesucht wird?“ Aber wenn du nicht dem Heiligen Geist vertraust, kannst du nach Hause gehen! Und dann musst du dir eine andere, stärker agnostische, stärker ideologische Religion suchen. Jesus hat uns gesagt: „Ich lasse euch nicht alleine. Ich werde euch den Geist senden.“ Und was tut der Geist? Zwei Dinge. Er erinnert uns an das, was Jesus uns gelehrt hat, und er lehrt uns, was wir tun sollen. Und dieses Vertrauen auf den Geist ist überraschend! Zu wissen, wann es der Geist ist, der dich drängt. Ich denke gerne an Philippus, wie der Geist ihm sagt: „Geh auf dieser Straße“, der Straße nach Gaza (vgl. Apg. 8, 26-40). Er geht. Dann sieht er ein Fahrzeug, eine Reisekutsche, darin sitzt der Wirtschaftsminister von Äthiopien, dem Land der Königin Kandake, er liest gerade Jesaja … Es beginnt ein Dialog: „Erkläre mir das…“. Und dann, als sie zu einer Wasserstelle kommen, bittet dieser Wirtschaftsminister um die Taufe … Der Geist führt dich. Es ist wirklich der Geist! Vertrau dem Geist. Denk an Philippus, denk an viele, an viele, die dem Geist vertrauen. Es ist schön, in der Apostelgeschichte zu lesen: Nach Pfingsten, was der Geist alles gemacht hat! … So große Dinge! Und zu vertrauen.

 „In jeder Bewegung spürt man stark einen doppelten Anspruch: die Treue dem anfänglichen Charisma gegenüber und die Notwendigkeit, Veränderungen zu treffen und Neuerungen einzuführen, um auf die Situation zu reagieren und sie zu verändern.“ Und die Frage war: „Wie diese zwei Spannungen miteinander zu versöhnen? Wie die Neuerungen, die uns der Geist eingibt, von jenen unterscheiden, die uns im Gegensatz dazu vom Charisma entfernen? Wie erkennt man, ob eine bestimmte Treue dem anfänglichen Charisma gegenüber eher eine Starrheit ist und nicht eine echte Treue dem Heiligen Geist gegenüber?“ Das ist wichtig. Verstehen und unterscheiden. „Vertraut nicht, liebe Brüder und Schwestern, jedem Geist“, sagt uns der Apostel. Erkennen, wann eine Inspiration in Übereinstimmung mit dem anfänglichen Charisma steht und wann nicht. Dieses Weitergehen führt dich zu anderen Situationen, zu anderen Kulturen, und das anfängliche Charisma muss für diese Kultur übersetzt werden. Aber nicht verraten! Übersetzt. <Im Italienischen Wortspiel: tradotto/tradito> Es muss das Charisma bleiben, aber übersetzt! „Ich will keine Probleme, ich bleibe beim anfänglichen Charisma …“. Dann wirst du eine schöne Ausstellung werden, ein Museum. Dann wirst du aus eurer Bewegung ein Museum machen von Dingen, die heute nicht mehr nützlich sind. Jedes Charisma ist dazu aufgerufen, zu wachsen. Warum? Weil es in sich den Heiligen Geist trägt, und der Heilige Geist lässt wachsen! Jedes Charisma muss sich mit anderen Kulturen auseinandersetzen, mit anderen Denkweisen, mit anderen Werten. Und was tut es? Es lässt sich vom Heiligen Geist vorwärts tragen. Hier muss ich das tun, dort muss ich jenes tun … Und wie mache ich das? Bete, bitte! Das Gebet: ohne Gebet kann keine Bewegung vorwärts schreiten. Keine!

 Ich danke euch nochmals für diese Begegnung. Ich danke euch für alles, was ihr in der Kirche tut, was so schön ist: zu helfen, Jesus zu begegnen, zu helfen, dass man versteht, dass in der Gnade Gottes zu leben schön ist. Es ist schön! Ich danke euch sehr und ich bitte euch, für mich zu beten. Für mich zu beten, denn auch der Papst muss dem Heiligen Geist treu sein.

 Und jetzt gebe ich euch den Segen, aber beten wir gemeinsam zur Madonna, unserer Mutter. Ave Maria … <Segen>

 Und vergesst nicht, die sieben leiblichen und die sieben geistigen Werke der Barmherzigkeit zu lernen.

Aus dem Italienischen übersetzt von Dr. Ilsemarie Walter

*********************

 

 

*****  

 

 

 

       Impressionen vom Gedenkgottesdienst am 7.9.2013

 

 

 

 

Predigt von Weihbischof DDr. Helmut Krätzl
 

 

 

Gedächtnismesse für P. Josef zum Jahrestag seines Todes

 
7. September 2013 – Maria Treu
 
Les Weish 9,13-19    (Sonn. 8.9.)   Ev Lk 6, 1-5 (Sam 7.9.)
Das Jahr ist so schnell vergangen, und doch ist so viel geschehen, hat sich so viel verändert. Wir haben seit 13. März einen neuen Papst, eine Kirche die in Bewegung geraten ist. Schade, dass Josef das nicht mehr erlebt hat. Er wäre in Jubel ausgebrochen, dass nun ein neuer Papst eine Kirche verkündet und lebt, von der Josef ja immer geträumt hat. Ein neues Kirchenbild, ein neues Gottesbild, ein Seelsorger, der in so vielem unserem P. Josef ähnlich ist.
 
 
1. Ein neues Kirchenbild.

„Die Kirche ist kein Kulturverein, sondern die Familie Jesu“, sagt der Papst. Familie, ja und zwar eine, deren Mittelpunkt Jesus ist, im Wort, im Sakrament, in der Liebe.
 
Und Evangelisierung neu, wovon man heute so oft spricht? Wie sieht es der Papst? „Evangelisieren bedeutet, persönlich die Liebe Gottes zu bezeugen, unseren Eigensinn zu überwinden, zu dienen, indem wir uns beugen, um unseren Brüdern die Füße zu waschen, wie Jesus es getan hat.“ Am Gründonnerstag hat er es uns in einem Gefängnis vorgezeigt, sogar einer Muslima die Füße gewaschen. Das war keine spektakuläre Geste, sondern Nachahmung Jesu. Bedenken wir, dass im Johannesevangelium an Stelle der Einsetzungsworte beim letzten Abendmahl die Fußwaschung steht. Für Petrus, dem ersten Papst, sogar noch ärgerniserregend. Dass uns doch jede Messe erinnern würde, dass wir die Hingabe Jesu feiern, um sie zu erlernen, uns vor andere hinzuknien, ihnen zu dienen.
 
Und weiter der Papst: „Ach, wie sehr möchte ich eine arme Kirche und eine Kirche für die Armen.“ Franziskus hat viel vom Pomp im Vatikan abgelegt. Es macht ihn traurig, so sagte er, wenn er Priester mit teuren Autos sieht. Der Papst wird noch deutlicher, als es Johanns Paul II in seinen Sozialenzykliken getan hat. Franziskus ruft mit lauter Stimme   zu einem sozialen Gleichgewicht in der Welt auf.
Aber nicht nur um materielle Armut geht es, sondern um alle ihre möglichen Facetten. „Kirche soll hinausgehen zu denen am Rand.“ Nicht warten, ob sie kommen.
 
Eine Kirche, die Freude ausstrahlt. Immer wieder ermahnt der Papst die Christen, froh zu sein, haben sie doch wahrhaftig eine frohe Botschaft zu verkünden.
 
 
2. Ein neues Gottesbild

Die Kernaussage fast aller seiner Predigten ist die Verkündigung des barmherzigen Gottes. Der auf alle wartet, in Geduld, Liebe und Sehnsucht. Der alles verzeiht und zu vergeben bereit ist.
 
Freilich wird diese Predigt nur dann auf Dauer glaubwürdig sein, wenn Menschen auch innerhalb der Kirche die Barmherzigkeit Gottes in den Brüchen ihres Lebens, etwa nach zerbrochenen Ehen erleben. Wo man das Ziel der Treue nicht außer Acht lässt, aber doch auch neue Anfänge gewährt. Wo Gnade vor Recht geht und aus Barmherzigkeit gewährt wird, was nach dem Buchstaben des Gesetzes unmöglich erscheint. Eine Auslegung des Gesetzes, wie wir es im heutigen Evangelium hörten, dass nämlich der Sabbat für den Menschen da ist nicht der Mensch für den Sabbat. Und dass das Heil der Seelen das oberste Gesetz ist, wie es wohl im CIC steht, aber an allerletzter Stelle. Es sollte der erste Kanon sein, Präambel, Vorwort, Leitsatz.
 
Ein barmherziger Vater, der auf den verlorenen Sohn schon wartet und ihn ohne Vorleistung neu
mit dem Gewand der Gnade einkleidet und in Liebe umarmt.
 
 
3. Ein Papst, dem Josef in vielfacher Weise so ähnlich war.

In der leidenschaftlichen Art der Sprache, die jeder versteht, weil sie aus dem Herzen kommt und mit dem Zeugnis des eigenen Lebens bestätigt wird.
 
Eine liebevolle Umarmung die wir vom Papst so häufig sehen und für die manche im Kondolenzbuch ausdrücklich auch Josef gedankt haben.
 
Eine fröhliche, humorvolle Art, die Josef ausstrahlte, wie heute der Papst.
 
Mut und Bereitschaft zur Veränderung und Erneuerung. Angeblich haben die Kardinäle Bergoglio gewählt, weil er vor dem Konklave von so viel anstehenden Neuerungen gesprochen habe. Josef hat immer von einer Kirche geträumt, die noch deutlicher die Kirche Jesu Christi also die Familie um ihn herum ist. Von einer Kirche ganz im Geist des Konzils, der leider bis heute oft verschwiegen, gar verraten worden ist. Ja, der Papst wird nicht müde zu betonen, dass das Konzil längst nicht zu Ende ist.
 
 
4. Ein moderner Christ.

Der Papst sagt: „wir dürfen keine Angst haben, Christen zu sein und als Christen zu leben.“ Keine Angst, wenn wir zahlenmäßig geringer werden. Keine Angst   vor Gegenkräften. Keine Angst, weil Gott mit uns ist, und seine Weisheit, von der die Lesung handelte, aber auch weile viele Menschen von den Christen etwas erwarten, das sonst von nirgends zu erwarten ist.
Und erstaunlich: der Papst ruft zu mutigem, gar kämpferischen Engagement auf.
 
„Ein Christ, der in dieser Zeit kein Revolutionär ist, ist kein Christ.“ Ein starkes Wort. Gilt das auch innerhalb der Kirche, in den eigenen Reihen für mutige Erneuerer, gar Dissidenten? Und der Jugend ruft er zu: „ Macht Lärm und passt euch nicht an“.
 
 
5. Ein politischer Christ.

Der Papst hat sich laut in den Syrienkonflikt eingemischt. Den heutigen Tag ruft er weltweit zu einem Fasttag und Gebetstag für die Lösung dieses scheinbar unlösbaren Problems. „Wir wollen eine friedliche Welt“ ruft er aus. Von überall tont der Schrei: Nie wieder Krieg! Er hat dem G-20 Gipfel geschrieben und andere nicht offen bekannte Initiativen ergriffen. Was würde P. Josef uns in dieser Stunde zurufen? Denkt an die tausend Toten, an die Million auf der Flucht. Helft so gut ihr könnt. Aber beschwört alle Verantwortlichen, alles nur Mögliche für den Frieden zu tun. Josef würde uns sagen: so wichtig das Gebet dürften sich geistliche Bewegungen nicht in ihre geschützten Räume zu Mediation und Gebet zurückziehen, sondern jeder nach seiner Möglichkeit auch ganz öffentlich Stimmung machen, Stimmung für den Frieden und gegen allen hass.
 
Vieles von all dem gibt genau auch die Spiritualität der Cursillistas wider. Vieles hat auch Josef gesagt, dazu ermahnt, vorgelebt. Heute ein Jahr nach seinem Tod kommt mir der Gedanke, dass nicht nur Asche von ihm übergeblieben ist, wenn auch mitten unter uns, sondern dass noch immer das Feuer brennt, das er weitergeben wollte, wie eine brennende Fackel.
 
Es ist gut, dass wir nun einen Papst haben, der uns immer an Josef erinnern wird. Kann es ein deutlicheres Zeichen geben, dass es noch immer unter ist, wirkt, brennt? Josef, wir danken dir! Und wir danken Gott, dass er uns dich und diesen Papst geschenkt hat. 
 
 
 
 
   

 

Ein neues Buch

Anlässlich des 1. Todestages von P. Josef García-Cascales

 

 

 

Peter Pawlowsky schreibt im Vorwort:

Ein Buch wird mit einer Absicht herausgegeben. Ein Jahr nach dem Tod von P. Josef sollte gezeigt werden, dass sein Lebenswerk über seinen Tod hinaus lebendig geblieben ist; dass die Liebe, die er zu leben versucht hat, niemals aufhört, wie Paulus sagt.

Rückblicke auf das reiche Leben dieses spanischen Österreichers hat es zahlreich gegeben, nachdem er zu atmen aufgehört hatte. So würdigt man einen lieben Menschen, der uns gerade verlassen hat. Aber ein Jahr später? Die P. Josef gekannt haben, brauchen ihr Gedächtnis nicht aufzufrischen; die ihn nicht gekannt haben, die seine Umarmungen nicht erlebt, seine Worte nicht gehört haben, werden durch Lebensbeschreibungen nicht wirklich bewegt. Sie wollen spüren, was jetzt ist, sie erkennen den Stifter einer Bewegung der Liebe, der Freude und der Freiheit aus der Glaubwürdigkeit derer, die heute und in Zukunft leben, was er vorgelebt hat. Man kann den Vergleich ruhig wagen:

Was Jesus war und wollte, erzählt uns nicht die Leben-Jesu- Forschung, sondern das Verhalten der Christen und Christinnen hier und heute.

Damit beginnt die Schwierigkeit dieses Buches. Viele Berichte beschreiben, wie das Lebenswerk von P. Josef weitergeht. Ein Verein setzt das Hilfswerk für Straßenkinder in Lateinamerika fort. Der Cursillo lebt. Gruppen und Gemeinden zerfallen nicht, die Gefängnisse werden nicht vergessen. Diejenigen aber, die davon erzählen, sind von den vielfältigen Begegnungen mit P. Josef so berührt, dass es ihnen schwer fällt, ihm den Rücken zuzukehren und nach vorne zu schauen. Ein Jahr ist zu kurz, um die Trauer loszulassen, sie drängt sich hinein in viele Sätze und hemmt den Sprung nach vorne. Wer die Hand an den Pflug legt und zurückblickt, eignet sich nicht für das Reich Gottes: Das ist ein brutaler Satz aus dem Mund Jesu. Aber als Lukas ihn in sein Evangelium schrieb, wusste er schon, warum Rückblick nicht nötig ist, denn Jesus war auferstanden. Die Gewissheit, dass auch P. Josef nach wie vor mitten unter uns ist und begleitet, was wir nach seinem Bespiel weitertreiben, macht den Blick frei für heute und morgen.

 In diesem Buch aber sind Vor- und Rückblick noch vermischt, die Gewissheit um Josefs Gegenwart und die Trauer über seinen Weggang noch ineinander verwoben.

Langsam setzt sich die Absicht des Buches durch, und so ist es zu einem Dokument geworden, das bezeugt, wie es uns allen geht – im Jahr danach.

 

Inhaltsverzeichnis:

Ein Vorwort
Peter Pawlowsky
Einleitung
Elisabeth Seidl
Die „einzig notwendige Sache“ der Welt.
Zu den Grundlagen christlichen Glaubens
Walter Kirchschläger
 Die christliche Freude
Fernando Sebastián Aguilar
 Was ist christliche Spiritualität?
     Matthias Beck
Die Bedeutung der Liebe für die Erziehung
Gabriel Antonio Mejía Montoya
Horchende Barmherzigkeit
Udo Fischer
Den Weg weiter gehen
Hans Peter Hurka
Spuren eines „anstößigen“ Gottesmanns
Peter Musyl
Solidarische Männer gesucht
Eleonore Bayer
Zu den Gefangenen gehen - Cursillo in der Strafvollzugsanstalt Stein
Hannes Trauttmansdorff
Cursillo im Gefängnis – Eine Vision wurde Realität
Christian Kuhn im Gespräch mit Brigitte Sauer
Mitnehmen in die Zukunft. Zur Freiheit berufen
Peter Pawlowsky
Freund und Vorbild
Román Ángel Moreno
„Ihr seid meine Freunde“
Linda Stingl
Im Winter pflügen
Pius Platz
Pater Josef als Freund
Erwin Kubesch
„Haben wir schon einmal darüber gelacht?“
Peter Heilig
Der Berg, auf dem Jesu Botschaft gelebt wird
Roswitha und Hubert Keindl
P. Josef, ein Glaubensgeschenk an die Kirche in Deutschland
Frances Ruppert
Eine Begegnung mit großen Folgen
Martha und Adolf Paster
Gemeinschaft Alegría
Beatriz Reichard
Verein „Freunde Haus Claret“
Jakob Mitterhöfer
Die Saat geht auf. Was uns P. Josef geschenkt hat
Erwin und Isolde Pucelj
P. Josef – der große Freund unserer Familie
Erika Hugl
Vom Mut, den Christus schenkt
Wolfgang Schneller
Die Arme weit ausgebreitet
Grete Sutner
Das Wesentliche im Christentum ist international
Christina Gawlas
Josef García-Cascales in Ungarn
Lajos Rébay
Fremde werden Bruder und Schwester
Andrija Vrane
Weitergehen in großen Spuren
Hannes Eder
Tot lebendig
Stefan Wolf
Liebe Erinnerungen, Ansporn und Auftrag
Richard Ströbele
Brief an den abwesenden Josef
Franz Josef Weißenböck
 

 

Das Buch ist auf Spendenbasis zu erwerben:

Verein Freunde Haus Claret, 1080 Wien, Bennogasse 21,
Tel.: 01/405 53 18

E-mail: verein@haus-claret.at